Advocard ist Anwalts Liebling.

Mitnichten! Bankcards sind wie Bargeld, Advocard & Co. nicht einmal ihr Material wert. Kein Rechtsschutzversicherer zahlt, ohne Ihren Fall geprüft zu haben. So ganz nebenbei geben Sie ihm dabei Privates preis. Für ihn Gold wert dank unternehmenübergreifender EDV-Netzwerke. Rechtsschutz leistet er schon gar nicht. Den leistet übrigens auch kein Telefon, so sehr Boris, der da mal ‘ne Frage hat, Sie das glauben machen will. Rechtsschutz leistet nur der Anwalt. Das ist der, dessen Gesicht Sie sehen und dessen Hand Sie drücken können. Dem machen Advocard & Co. zusätzliche Arbeit, für die er vom Mandanten Geld verlangen dürfte. Denn der könnte seinen Versicherer auch selbst informieren. Tut aber keiner. Der Anwalt macht‘s umsonst, und für den Mandanten, dessen Blick in die Versicherungsbedingungen dem des Schweins ins Uhrwerk gleicht, ist es sicherer. Weil Advocard & Co. am liebsten „Nein“ sagen. Deshalb setzen sie auch alles daran, daß der „Kunde“ seinen Fall selbst schildert. Der Kampf mit dem Versicherer beansprucht die Zeit des Anwalts oft mehr als das eigentliche Problem.

In Wirklichkeit ist Anwalts Liebling Zuhälter. Er kassiert, keiner braucht ihn. Die Arbeit tun andere: Sie und der Anwalt. Das Honorar zahlen Sie am besten gleich dem Anwalt. Wozu der Umweg? Advocard & Co. sind Spendensammler: Das Geld ihrer Versicherungsnehmer stecken sie in andere Unternehmen, um deren und damit den eigenen Gewinn zu vergrößern. Bekommen Sie eine Dividende? Zinsen? Advocard & Co. sind Informationssammler: Was Sie ihnen anvertraut haben, verkaufen sie anderen Unternehmen. Bekommen Sie eine Provision? Bestenfalls Werbung. Warum also der Umweg? Aus Angst. Angst, sich keinen Anwalt leisten zu können.

Angst ist ein schlechter Ratgeber. Advocard & Co. sind schlechte Ratgeber. Sie schüren die Angst, an der sie verdienen.

Die Angst ist unbegründet. Immer. Der Ungläubige summiere einmal die Beiträge, die er seinem Versicherer gezahlt hat, und halte die Anwaltshonorare und Gerichtsgebühren, die er aus eigener Tasche hätte zahlen müssen, dagegen. Der Nichtversicherte, dem weder Freundes Rat noch Google haben weiterhelfen können, zahlt für seine Kontaktaufnahme mit dem Anwalt weniger als die „Kunden“ von Advocard & Co., nämlich nichts. Und wird um die Erfahrung reicher, Advocard & Co. nicht zu brauchen.

Wer nur rundum versichert ruhig schlafen kann, soll sich versichern. Begegnet er irgendwann einem anderen Ruhekissen und will nicht beiden sein Geld geben, weiß er, wen er fragen kann: Den, dessen Rat nie zu teuer und ausschließlich im Interesse seines Klienten ist.

Herzlichst – Ihr Heinrich Berkel

PS. Warum „Kunde“ in Anführungszeichen? Weil Advocard & Co. auch hier mit Bedacht Nebel werfen, indem sie die Begriffe verwirren. Sie haben keine Kunden, sondern Versicherungsnehmer. Ein Kunde empfängt ein vom Lieferanten bereitgestelltes Produkt (DIN EN ISO 8402). Das „Produkt“ von Advocard & Co. ist die Aussicht, vielleicht zurückzubekommen, was man hergegeben hat (Geld). Ein handgreiflich oder sonst spürbar Ding ist diese Aussicht nicht. Wer aber darauf spekuliert, mehr zurückzubekommen als er gegeben hat, ist ein Spieler oder Wetter. Niemand käme auf die Idee, ihn „Kunde“ zu nennen.

d. O.

Kommentare (2)

Nun in einem haben Sie Recht. Wer Advocard sein Geld gibt, könnte es eben so gut in den Rhein werfen, denn die findet immer einen Weg, nicht zahlen zu müssen. Service wird klein geschrieben, Höflichkeit ist ein Fremdwort bei Advocard, das einzig bekannte Wort ist „NEIN“.
Allerdings unterscheidet sich die Advocard durch nicht von den Advokaten. Denn mitnichten kosten eine Kontaktaufnahme mit einem Anwalt nichts. Vielmehr kostete mich die schlichte Frage, ob ich als Vermieter die vermietete Wohnung betreten dürfe 150 €. Ob das anschliessende „Auf Wiedersehen“ einberechnet war, weiss ich nicht.

Richtig, als Kunde wird man von Advocard nicht behandelt. allenfalls als Delinquent. Ich konnte erleben, dass ich ganze 3 Monate auf die Beantwortung eines Versicherungsantrages warten musste, wobei die Antwort erst erteilt wurde, als ich die Geschäftsleitung eingeschaltet hatte. Der für mich unangenehme Nachteil und für Advocard sehr praktische Vorteil ist nun, dass durch den kundenfeindlichen Umgang mit der Korrespondenz die Advocard in die komfortable Lage kam, sich bei einem mittlerweile eingetretenen Schaden auf die Wartefrist zu berufen, die längst verstrichen wäre, hätte die Advocard seinerzeit den Regeln Mitteleuropas entsprechend auf meine Anfrage reagiert.
Was die Wartefrist anbelangt, so hatte man mich auf die natürlich nicht hingewiesen, vielmehr mich auf das Nirwana der AVB verwiesen. Vermutlich wusste man, dass ich mich zur Konkurrenz begeben hätte, wäre mir die Wartefrist bekannt geworden. Geld stinkt bekanntlich nicht, solange man es bekommt, aber um so mehr, wenn es entweicht. Das weiss man bei der Advocard besonders gut.
Wenn man dann gar versucht, mir eine Versicherung, die ich in der Eigenschaft als Vermieter abschliessen wollte, für mein selbst bewohntes Eigenheim unterzujubeln, dann läuft das Fass endgültig über. Es wird wohl selten oder nie vorkommen, dass man sein Haus an sich selbst vermietet und dann auch noch gegen sich selbst vor Gericht zieht. Die Advocard hingegen sieht das anders.

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